Sabrinas Praktikum: Ein Monat bei MOVISION

Sabrinas Praktikum: Ein Monat bei MOVISION

Im April hat die Sportstudentin Sabrina (@liedtk_san) bei uns ein Praktikum gemacht. Ohne uns vorher je getroffen zu haben, ist sie aus Mainz direkt für einen Monat zu uns gekommen. Sie hat in unserer alten Base am Kottbusser Tor gewohnt und jeden Tag mit uns trainiert, gearbeitet und gechillt. Wir hatten echt eine coole Zeit mit ihr und waren besonders beeindruckt von ihren Kampfskills! 🙂

 

 

Hier möchten hier ein paar Ausschnitte aus ihrem Tagebuch teilen:

 

Woche 1: Der Zusammenhang von Emotion und Bewegung – Was sind meine Schwächen?

In meiner ersten Woche bei Movision Movement habe ich viele Eindrücke erhalten, die ich erst einmal verarbeiten muss. Besonders im Kopf hängen geblieben ist mir, dass ich schnell Dinge abbreche. Schon am Sonntag wurde mir durch Clara bewusst, dass ich manche Übungen viel zu schnell abgebrochen habe. Dies empfand ich als sehr hilfreich. Erst habe ich mir darüber keine weiteren Gedanken gemacht. Inzwischen wurde ich damit aber doch öfters konfrontiert. Besonders beim Boxen mit den anderen fällt mir auf, dass ich schnell müde werde und dann einfach keine Lust mehr habe. Relativ schnell kommt dann der Gedanke, ich müsste dann aufhören. Ähnliche Kopfarbeit läuft auch ab, wenn ich mich dehne und der Dehnungsschmerz einsetzt. Ich möchte dann direkt wieder weg. Da hat mir Manu sehr geholfen, weil er ein sehr ruhiger und geduldiger Lehrer ist. Deshalb möchte ich jetzt auch lernen, wie ich selbst mit eigener Stärke durchhalte und merke, dass Schmerz keine schlimme Sache ist. Den Zusammenhang von Emotion und Bewegung angehen. Denn wenn das im Training meine Schwachstelle ist, wie kann ich das auch auf das Leben generell übertragen? Das ist so die Sache, die mich emotional am meisten in der ersten Woche mitgenommen hat. Ansonsten habe ich diese Woche auch mehrere Movision-Mitglieder kennengelernt und finde, dass alle wirklich sehr liebe, aufgeschlossene Menschen sind. Viele kommen abends oder nach dem Training mit in die Base. Dort wurde bisher gechillt, zusammen gegessen, getrunken, geraucht und viel über Bewegungen geredet und auch ausprobiert.

Insgesamt finde ich, dass sich die Community sehr viel bewegt. Es wird nicht immer hartes Power-Training durchgeführt, sondern ich meine damit, dass alle sehr viele Sachen im Alltag ausprobieren. So, wie während dem Kochen einfach am Boxsack Kicks zu üben oder sich währenddessen zu stretchen. Immer ist irgendwas in Bewegung. In den Kleinigkeiten liegt die Schönheit. 

 

Woche 2: Sich der Herausforderung stellen

Etwas was ich hier sehr schätze ist, dass alle sehr offen sind. Wenn Ali seine tiefgründigen Gespräche mit anderen Community-Mitgliedern hat, dann ist das sehr spannend zuzuhören. Denn hier wird über Dinge gesprochen, die einen belasten, wenn es auffällt oder derjenige von Alleine beginnt zu reden. Schön, dass man sich hier so reflektieren kann. 

Im freien Training werden oft Sachen ausprobiert, die ich dann auch ausprobieren will. Ich finde es sehr cool, dass im Training of Sachen geübt werden, die sie aus der Situation heraus ergeben und dass das Übungen sind, die ich gar nicht kenne. Das macht es noch interessanter. 

Wenn es zum Kämpfen kommt und mich jemand fragt, ob ich will, bin ich noch in etwas im flight Modus, weil ich ein bisschen Angst habe vor den Schmerzen. Dennoch wird mir immer wieder danach gezeigt, dass ich die nicht brauche und selbst im Nachhinein der Schmerz dazugehört. Mir fehlt da auch noch die Ausdauer.  Zudem habe ich mir zum zweiten Mal ein Nerv eingeklemmt am Unterschenkel, Richtung Gluteus Maximus. Das tut mir weh und ich fühle mich doch sehr unbeweglich. Das ist vor allem dadurch passiert, weil ich mich auf den Dehnungsschmerz nicht einlassen kann. Aber da muss ich auch noch lernen, dass das dazu gehört. Ich mache hier Bewegungen, die ich sonst nie mache. Deshalb glaube ich aber, dass ein bisschen zuzügliches Krafttraining für mich nicht schlecht wäre oder mich mehr zu dehnen. 

Ich finde wirklich schön, dass meistens nach dem Samstags-Training zusammen essen gegangen wird. Das ist ein wunderbarer Abschluss zum Training. Nach den Community Trainings wird auch zusammen in die Base gegangen und gequatscht. Tolle Sache. Auch, dass wir draußen am Böcklerpark Tischtennis gespielt haben und anderen Sachen ausprobiert, wie Springen auf eine Linie. Manu hat mir da auch gute Tipps gegeben. Generell ist mir aufgefallen, dass viele auf sich gegenseitig achten und beobachten. Sehen, was der andere besser machen und zusammen eine Lösung zu finden. Finde ich wirklich schön zu sehen.

 

Woche 3: Ich fange an zu verstehen und öffne mich

Ja, jetzt bin ich schon fast einen Monat hier und wie finde ich das ganze hier? I like. Hier spezifische Happenings anzugeben bedarf es eigentlich nicht. Ich fühle mich hier wohl und dann mal wieder unsicher, suche Kontakt und dann wieder will ich für mich sein. Ist eigentlich wie zu Hause. Doch anders. Hier passieren die Situationen ein neues Mal dadurch, dass es ein neuer Schlafplatz ist (die coole Base, wo ich auf einer Turnmatte schlafe mit einer flauschigen braunen Decke und Schlafsack als Decke – jetzt werd ich doch spezifisch- lässts sich sehr gut schlafen) und viele andere Dinge erlebe ich ebenfalls. Wir essen hier zusammen auf dem Holzboden. Das mag ich sehr. Habe auch heute Toni erzählt, dass ich gerne zu Hause auch dann viel auf dem Boden chillen, oder mich bewegen oder essen würde. Generell ist das Zimmer, indem Boxsack, Ringe, Küche, mein Schlafplatz, ein Gymnastikball eine Sprossenwand ein Balken, eine schwarze Wand mit den Bemalungen von Movision zu finden sind, der Ort wo wir uns abends am meisten aufhalten. Dort passieren wirklich schöne Dinge. Es wird sich zusammengesetzt und über die weitere Planung von Movision geredet. Es wird über die Balance zwischen einer Vision zu haben und sich dieser zu to the max zu widmen und Beziehungen geredet. Wie kann mit einer Beziehung, wo beide unterschiedliche Lebenseinstellungen haben oder jemand keine Einstellung hat und sich etwas lost fühlt, umgegangen werden? 

Wir tragen dort aber auch, wie schon erwähnt schweißtreibende Kämpfe aus, die manchmal ewig gehen. Oh Gott das ist so fucking spannend. Für alle ist das was unter Freunden, wo gegenseitig Grenzen getestet werden, Techniken ausprobiert, Spaß gemacht wird und so vieles mehr, was ich wirklich nicht direkt hier hin transportieren kann, weil es subtile Gefühle sind, die manchmal so intuitiv passieren und irgendwie wieder verschwinden, aber etwas zurücklassen. Da ergeben sich dann so viele Dinge. Boaf, wie Oscar sagen würde.

 

Woche 4: Der Abschied und was ich mitnehme

Ach ja, die Menschen in der Community sind so lieb. Alle haben ihre Eigenarten und sind so unterschiedlich und doch harmonieren sie miteinander, weil sie eine Sache verbindet. Bewegung. Ob sie fotografiert wird, gefilmt, gemacht oder angeschaut wird, oder neue Ideen reingegeben werden. Hier findet immer ein interessanter Austausch statt.

Ich bin noch zwei Tage hier und weiß, dass ich die Menschen hier vermissen werde. Aber, wenn das alles meine Soul berührt hat, weiß ich, dass ich wieder komme. Egal in welchem Kontext. Ich habe das Gefühl hier einen Ort zu haben, an den ich immer wieder kommen kann und mit offenen Armen herzlich empfangen werde. Das ist schön zu wissen. Genauso kann ich das auch nur zurückgeben. Wenn sich jemand im Raum Frankfurt/Offenbach/Wiesbaden aufhält, kann man sich immer melden und ich würde mich riesig freuen, alle willkommen zu heißen.

 

WAS NEHME ICH MIT?

  • das Vertrauen, dass ich ich sein kann und so akzeptiert werde
  • dass Grenzen im Kopf gebrochen werden oder gesetzt werden
  • dass ich mich in gesellschaftlichen Strukturen wiederfinde, die ich gerne brechen würde. Wie: dass ich mich stresse und schlecht fühle, als ich zB:. Einen Mittagsschlaf hier gebraucht habe. Da hat Ali gesagt, ich muss nicht schlecht fühlen, weil ich doch produktiv bin und wenn ich das gerade brauche, ist es gar kein Problem, dass ich das mache.
  • dass ich auf meine Fähigkeiten vertrauen sollte. Hier wurde mir immer wieder gesagt, ja mach wie du denkst. Und manchmal kam ich mir etwas lost vor, weil ich dachte, hä? , aber wie soll ich das machen ohne Vorgabe. Aber ich fand bisher immer Lösungen und bekam auch Rückmeldung. Voll schön. Weil ich Flyer designed habe und der Prozess einfach nicht krass hinterfragt wurde. ICH SOLL EINFACH MACHEN! Danke für das Vertrauen von Allen!!

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