#NoBullshit: Brauchst du Krafttraining für deine Movement-Practice?

#NoBullshit: Brauchst du Krafttraining für deine Movement-Practice?

“Ich MUSS heute auf jeden Fall meinen Trainingsplan befolgen. Bevor ich meine 20 Handstand-Sätze mache, muss ich zum Warm-Up erstmal 1 Stunde lang meine speziellen Mobility-Übungen machen. Als weitere Vorbereitung muss ich dann noch die und die 3 Push- und 3 Pull-Übungen machen, die mich laut Plan in 30 Monaten zum Muscle-Up führen sollen. Zusätzlich 10 Sets Squats mit ca. 83,74% meines 1RM (was ich natürlich unbedingt messen muss), weil… naja, das ist so. Aber unbedingt heute! Denn morgen muss ich laut Plan dann ja Straight Arm Strength statt Bent Arm Strength machen. Am Tag darauf folgt dann unbedingt der “Deload”, sonst verliere ich sofort Gains und falle vom Gaintrain. Und dann mache ich keine “Fortschritte” mehr in die Richtung, die ich selbst nicht Mal wirklich kenne. Und wehe ich verletze mich beim Training. Omg. Das wäre schlimm…denn dann trainiere ich ja nicht mehr S.M.A.R.T. ☝️”

– Zitat eines typischen “Strength” Movers

 

Es ist frustrierend zu sehen, wie viele dieser “Strength”-Mover ihre sogenannte “Movement-Practice” auf Basis solch spezifischen Krafttrainings aufbauen. Nach dem Motto “Strength First” ballern sie eine fest definierte Anzahl an Sätzen einseitiger Übungen, die NUR Kraft trainieren – jeden verdammten Tag. In der ständigen Angst, diese spezielle Kraft wieder zu verlieren, wenn sie Mal einen Trainingstag ausfallen lassen. Sie zeigen eine suchtartige Abhängigkeit von Kraft und investieren viel zu viel Zeit. Mit dem Fehldenken, viele Moves erst über spezifisch aufgebaute Kraft erlernen zu können.

Wir sagen: Das ist Bullshit!

Siehe Manuel Werling, der schon ziemlich lange kein spezifisch isoliertes “Krafttraining” mehr macht und bei spezifischen “High-Level” Kraftübungen, wie dem One-Arm-Pull-Up, trotzdem noch Fortschritte erzielen kann.

Früher hat er 7 Tage die Woche bis zum Umfallen spezifische Kraft trainiert und irgendwann gemerkt, wie wenig er sich eigentlich wirklich komplex bewegt.

Inzwischen macht er beispielsweise nur noch zwei Mal die Woche einen One-Arm-Pull-Up auf jeder Seite und alle paar Tage 1-2 Sätze “normale” (Chest to Bar) Pull-Ups, ab und an Mal einen schweren Lift, eine schwere Push-Übung, hier und da eine kleine Challenge. Nicht mehr, nicht weniger (in Bezug auf Krafttraining im herkömmlichen Sinne). Er hat trotzdem kein bisschen Kraft verloren und macht immer noch stetige Fortschritte.

Ein anderes Beispiel ist Hamudi Ahmad, der bis auf ein paar Liegestütze und Klimmzüge in seinem Zimmer noch nie “Krafttraining” im Fitnessstudio gemacht hat. Trotzdem zieht er ohne Vorbereitung einen Harop-Curl.

Was die beiden anders machen? Sie haben gelernt, Kraft auszuüben. Sie trainieren sie nicht (bzw. bereiten sich ewig vor), sie üben sie aus. Im Grunde also nur eine Veränderung im Denken…

Warum spezifisches Krafttraining als notwendige Basis für Movement Bullshit ist?

In den meisten der tausend Moves, die du lernen kannst, brauchst du nicht annähernd so viel von dieser spezifischen Kraft – sondern Rohkraft.

Also, warum solltest du so viel Zeit deines Lebens jeden Tag verschwenden, um etwas zu trainieren, was dein Körper bereits kennt?! Ist all das Krafttraining nicht nur ein Boost für falsches Ego? Dieses spezielle Training ist so klein im Vergleich zu allem anderen, was du noch lernen kannst. Außerdem verlierst du deine Kraft nicht, solange du sie ab und zu benutzt!

Im Grunde trainierst du zwangsläufig immer “Kraft” – egal, was du machst – solange es anstrengend ist. Ob mit Gewichten oder ohne Gewichte, jede Bewegung trainiert auch irgendwo deine Kraft. Denn für jede Bewegung brauchst du doch irgendeine Form von Kraft.

Das Thema Kraft kann man auseinander nehmen und unglaublich komplex machen. Das ist auch wichtig. Aber es gibt viel kompliziertere Dinge, bei denen man durch Vereinfachung wesentlich bessere Ergebnisse für die gleiche Zeitinvestition bekommt! Wir möchten dir eigentlich nur zeigen, dass du High-Level Kraftübungen wie OAC oder Front Lever auch performen kannst, wenn du nicht mindestens 3 Stunden am Tag Krafttraining machst. Im Textbook steht zwar etwas anderes, aber genau diese Erfahrung haben wir in unserer Community machen können. Ali, Hamudi, Martin, Deno und viele andere, die explizit nach Manuel Werling‘s (und damit MOVISION’s) Methode trainiert haben, haben nie wirklich konzentriert an spezifischen, einseitigen Kraftübungen gearbeitet. Trotzdem sind bei den Jungs ziemlich krasse (Kraft-)Sachen dabei: Mehrere Muscle-Ups, akzeptable Front- & Back-Levers, Handstand-Push-Ups, Press-to-Handstands und vieles mehr.

Für deine Movement-Practice brauchst du keine Trainingspläne und spezifisches Krafttraining als Basis. Setz deine Kraft clever ein, um dich weiter zu entwickeln und benutze sie für deine Moves – statt sie an sinnloses, einseitiges Training und an die ewige Vorbereitung auf nichts zu verschwenden.

 

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Left side on fleek. Right side sometimes yay, sometimes nay. Totally okay with it. And literally the only #Pull related stuff I do since well over a year. Yup, only 1 #OneArmPullUp per arm maybe 2 times a week on random days + 5 regular (chest to bar) #PullUps for maybe 2-3 sets every 2nd or 3rd day. Everything I had in regards of pulling strength – even my grip strength – is literally the same as it was at times when I did endless strength training for hours 7 days a week. At this stage, I really can't relate to folks anymore who build their "movement practice" AROUND (specific) strength training. "#StrengthFirst" is bullshit to me. You don't need that much strength in the majority of thousands of moves you can learn and perform, so why spend hours of your precious time a day for something you already know and that is so small compared to the things you don't know (yet). The only reason maybe is that you probably just don't know. I don't care about strength anymore, as I know that it won't leave me as long as I USE it from time to time. No need to abUSE it. ✌️ ⠀⠀⠀ ▼ #MOVISION #Movement #MovementCulture #Berlin

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